Zuviele sind noch offline
Binnen eines Jahres haben somit zwei Millionen Menschen die digitale Welt neu für sich entdeckt. Das bedeutet aber auch: Noch immer sind 28 Prozent und damit knapp 19 Millionen Menschen über 14 Jahren nicht online. Ohne gezielte Förderung sei in Zukunft mit geringeren Steigerungen zu rechnen ist, prognostizieren die D21-Experten. Internetnutzung ist auch eine Frage des Wohnorts: Während in Bremen über 80 Prozent der Einwohner im World Wide Web surfen, sind es in Mecklenburg-Vorpommern rund 17 Prozent weniger. Insgesamt ist der Osten Deutschlands weniger online aktiv als der Westen. Keines der fünf neuen Bundesländern schaffte es in die Top Ten. Nicht nur zwischen Ost und West, auch zwischen gut und weniger gut Gebildeten klafft eine Lücke: Zwar weist die Bevölkerungsgruppe mit Hauptschulabschluss den höchsten Zuwachs bei der Internetnutzung auf, sie liegt mit mit knapp 57 Prozent aber weit hinter den Gruppen mit einem weiterbildenden Schulabschluss (76,2 Prozent Onliner) und der Gruppe mit Abitur oder Studium (88,8 Prozent Onliner). Wer heutzutage zur Schule geht ist jedoch ganz selbstverständlich im Netz: Schüler sind mit 97,5 Prozent Onliner-Anteil beinahe vollständig im Internet anzutreffen sind. Dabei wird es in vielen Lebensbereichen immer wichtiger, sich in der digitalen Welt auszukennen. Wem es an Internetkompetenz mangelt, hat es beispielsweise schwerer auf dem Arbeitsmarkt. „Es gibt kaum noch einen Beruf, der ohne ein Mindestmaß an Kenntnissen über die digitalen Medien auskommt“, sagt Alf Henryk Wulf, Vizepräsident der Initiative D21 und Vorstandsvorsitzender der Alcatel-Lucent Deutschland AG. „Solange wir eine digitale Grundversorgung nicht bieten können, schaffen wir in Deutschland allerdings eine Ungleichheit, die neben einer persönlichen Benachteiligung auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zugutekommt.“ Der (N)ONLINER Atlas ist Deutschlands größter Studie zur Internetnutzung. Sie wird seit zehn Jahren von TNS Emnid / TNS Infratest im Auftrag der Initiative D21 erstellt. Dabei werden die über 30.000 Interviewten nach Kriterien wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsstand oder Beschäftigung befragt, woraus sich unter anderem detaillierte Rückschlüsse auf die Internetnutzung in den einzelnen Bundesländern, Regierungsbezirken und Ortsgrößenklassen ziehen lassen. Damit bietet die Studie einen ausführlichen Blick auf die momentanen Rahmenbedingungen für die digitale Gesellschaft in Deutschland. Weitere Informationen: www.initiatived21.de



