Studien

Vom Gehsteig auf die Couch: Mobile Commerce erobert dank Smartphones die Wohnzimmer

Stefan tut es auf der Taxifahrt vom Business-Meeting zum Bahnhof, Julia vertreibt sich so die Wartezeit beim Arzt und auch Phillip macht es regelmäßig auf der Couch daheim: Sie alle greifen mit ihrem Smartphone auf Mobile Commerce Angebote zu.

Damit gehören sie schon längst keiner exotischen Minderheit mehr an, denn rund 80 Prozent der Smartphone-Nutzer informieren sich bereits mobil zu Produkten, 56 Prozent haben sogar schon einmal über ihr Smartphone bestellt – Tendenz steigend. Während mobile Websites für den Produkt- und Preisüberblick bevorzugt werden, liegt die App-Nutzung bei den Bestellprozessen bereits gleichauf mit Browser-Zugriffen. Das zeigt die aktuelle Studie „Mobile Commerce Insights 2010“ der E-Business-Agentur denkwerk, das Beratungsunternehmen phaydon und der Dienstleister für Online-Forschung Interrogare.

Mobile Commerce ist unterwegs oder auf der Couch sehr beliebt

Besonders häufig kommen Smartphones unterwegs und auf dem heimischen Sofa zum Einsatz. Meist werden Mobile Commerce Angebote zur Ablenkung und Überbrückung von Wartezeit genutzt; etwa Zweidrittel der Befragten stöbern in Wartezimmern und an Haltestellen mobil nach Produkten. Dicht dahinter rangieren bereits sogenannte „Couchsurfing“-Szenarien, bei denen das Smartphone in entspannter Atmosphäre den PC ersetzt. Rund die Hälfte der Befragten shoppt zuhause mobil auf der Couch oder im Bett. Auch hier zeigt sich der Trend zur bequemen Nutzung von Smartphones und Tablet-PCs.

„Die Couch-Nutzung wird definitiv zunehmen – einfach weil sie mehr Spaß macht“, sagt Daniel Schmeißer, Managing Director bei phaydon | research+consulting. „Die Nutzer verbringen hier mehr Zeit, sind zugänglicher für neue Angebote und werden von mobilen Angeboten und Apps in diesem Rezeptionsmodus emotional stärker angesprochen als im Vergleich zu einer bislang eher informationsgetriebenen Suche am PC. Eine gute User Experience ist bei mobilen Angeboten allerdings unerlässlich und ein wichtiger Erfolgsfaktor.“

Zielgruppenspezifische Ansprache von Mobile Commerce Angeboten wichtig

Wenn man sich ansieht, wann, wo und warum mobil gesurft wird, zeigt sich schnell: Smartphone-Nutzer ist nicht gleich Smartphone-Nutzer. Vielmehr können vier verschiedene Mobile Commerce Typen differenziert werden, die auch auf eine unterschiedliche Palette an Mobile Commerce Services ansprechen. Denn der chronisch unter Zeitdruck stehende, viel reisende BlackBerry-Nutzer Stefan wird sich nicht von einer verspielten Schuhmoden-App überzeugen lassen, ebenso wenig bucht die stöberfreudige, aber transaktions-skeptische iPhone-Nutzerin Julia einen Inlandsflug auf mobilem Weg.

Für Unternehmen bedeutet dies laut Marco Zingler, Geschäftsführer bei denkwerk: „Passt das Angebot oder die Dienstleistung eines Unternehmens schwerpunktmäßig zum Nutzungsverhalten eines bestimmten Geräte-Nutzers, so macht es Sinn, den mobilen Auftritt insbesondere für das entsprechende Gerät zur Verfügung zu stellen.“

Klassische E-Commerce Produkte gehen auch über den mobilen Ladentisch

Insgesamt hat über die Hälfte der befragten Smartphone-User schon mobil bestellt. Klassische E-Commerce-Produkte wie Bücher (59 Prozent), Musik (55 Prozent) oder DVDs (42 Prozent) bestimmen das Produktsortiment. Auch Ticketing für Fahrkarten und Flüge werden besonders häufig unterwegs gekauft.

Mobile Commerce dringt somit zum einen in die Domäne der E-Commerce Produkte ein, zum anderen erschließt insbesondere das entspannte „Couchsurfing“ auch den Bereich der klassischen Offline-/Laden-Produkte: Schon jetzt haben beispielsweise 25 Prozent der Befragten mobil Kleidung gekauft. Mit detaillierten Produktinformationen, hochwertigem Bildmaterial, Video- und Slideshows kann dieser Anteil in Zukunft gesteigert werden. Peter Wiegelmann von Interrogare resümiert: „Insgesamt gewinnt Mobile Commerce auch aus Sicht von E-Commerce-Entscheidern an Bedeutung. Es ist daher nur folgerichtig, Marktforschungsinstrumente an den Puls der Zeit anzupassen und zum Beispiel mit Mobile Research Konsumenten direkt auf ihrem Smartphone und in der konkreten Situation zu befragen.“

Detaillierte Ergebnisse der Studie „Mobile Commerce Insights 2010 – Status Quo, Trends und Erfolgsfaktoren für den mobilen Handel“ sind auf persönliche Anfrage bei denkwerk, phaydon | research+consulting und Interrogare zu erwerben. Eine Preview zur Studie „Mobile Commerce Insights 2010“ wird bei Interesse zugesendet und kann kostenfrei unter www.denkwerk.com heruntergeladen werden.

Weitere Informationen

Denkwerk: www.denkwerk.com

Phaydon: www.phaydon.de

Interrogare: www.interrogare.de

Quelle: Denkwerk


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