Tablet-PCs boomen
Im kommenden Jahr werde der Verkauf um 46 Prozent auf 2,2 Millionen Geräte zulegen, so die Prognose. „Tablet-PCs etablieren sich als eigenständige Geräteklasse neben Desktop-Rechnern, Notebooks und Netbooks“, sagte Bitkom-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. Der Umsatz mit Tablet-PCs soll im Jahr 2011 um 70 Prozent auf 770 Millionen Euro steigen. Im kommenden Jahr werde das Marktvolumen voraussichtlich erstmals die Marke von einer Milliarde Euro erreichen.
Tablet-PCs sind tragbare Computer, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert werden. Die kleinen Rechner gibt es zwar schon länger, aber erst mit dem Markt-Debüt des iPads vor einem Jahr entwickelte sich ein regelrechter Boom. Zuvor hatten Skeptiker dem Prototypen der Tablet-Rechner kaum eine Chance eingeräumt: Als Smartphone zu groß, als Computer zu eingeschränkt, sahen sie in dem flachen Gerät nur ein Spielzeug für besser verdienende Technikliebhaber. Optimisten dagegen trauten den flachen PCs eine Blitzkarriere zu – als Surf-Stationen, Medienmaschinen, Kommunikationswerkzeuge und universelle Problemlöser für alle Lebenslagen.
Die Optimisten behielten Recht: Die Akzeptanz der Tablets übertraf mit mehr als 500.000 verkauften Exemplaren im vergangenen Jahr selbst kühnste Erwartungen. Führende Hersteller der Consumer Electronics und der IT-Industrie haben zum Jahresbeginn mehr als 80 neue Modelle angekündigt. Die überwältigende Nachfrage nach Tablet-Computern hat branchenweit eine eindrucksvolle Entwicklungsinitiative ausgelöst.
„Der Tablet-Boom inspiriert die gesamte Branche der Consumer Electronics“, sagt der gfu-Aufsichtsratsvorsitzende, Rainer Hecker. „Hier geht es um viel mehr als nur ein neues Hardware-Konzept: Die Tablets stehen für faszinierende ergonomische Lösungen, für extrem einfache und nutzerfreundliche Bedienung und für ein nahezu unerschöpfliches Potenzial neuer Anwendungen.“
So erschließen die Geräte Medien aller Art – vom Web-Radio über elektronische Videotheken, Foto-, Musik- und Filmarchive bis hin zum Live-Fernsehen über das Heimnetzwerk. Die gesamte Consumer Electronics-Industrie hat die Tablets zudem als perfekte Fernbedienung entdeckt: Viele Hersteller haben bereits Bedien-Apps für Heimkinos, Fernseher, Receiver, Recorder oder HiFi-Anlagen entwickelt. Für Hybrid-Fernseher, die neben hunderten von Fernsehprogrammen auch noch ein täglich wachsendes Angebot von audiovisuellen Inhalten über das Internet erschließen, sind Tablets die Steuergeräte der Zukunft. Spezielle Apps können dann das ganze mediale Angebot übersichtlich als verkleinerte TV-Bildschirme darstellen, zur Auswahl genügt das bloße Antippen.
Sogar komplett vernetzte Häuser lassen sich über Tablet-Apps kinderleicht steuern und überwachen – von der Heizung im Keller über die Webcam im Garten bis hin zum Medienserver, der jeden Raum mit Filmen und Musik versorgt. So hilft die neue Geräteart, die Heimvernetzung zum Massenmarkt zu entwickeln. Spielerische Koordination der gesamten Elektronik im Haus statt abschreckender High-Tech-Komplexität – das ist der klar erkennbare Trend.
Insgesamt werden bis Ende des Jahres voraussichtlich 14,8 Millionen Personal Computer in Deutschland verkauft (plus 11 Prozent), so Bitkom. Annähernd elf Millionen davon entfallen auf tragbare Geräte. Der Umsatz mit Personal Computern einschließlich Tablet-PCs wird im Jahr 2011 laut Bitkom um 6 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro steigen. Im Durchschnitt kostet ein Tablet-PC 510 Euro.
Grafik: Bitkom




