Prepaid als Alternative zur klassischen Kreditkarte: Interview mit Kalixa-Manager Heiko Maier
Seit dem Frühjahr dieses Jahres ist sie in Deutschland erhältlich. BusinessVALUE24 hat mit dem Country Manager Deutschland bei Vincento Payment Solutions, Heiko Maier, gesprochen und ihn gefragt, welche Vorteile Prepaid-Karten haben und warum gerade kleine und mittelständische Unternehmen davon profitieren können.
BV24: Warum sind Prepaid-Karten für Unternehmen interessant?
Maier: Bei Firmenkunden wird der Kreditrahmen des Unternehmens nicht belastet. Die Prepaid-Karte ist nicht mit dem persönlichen oder Firmenbankkonto verbunden, sondern funktioniert eben auf Guthaben-Basis. Es ist ein eigenständiges Zahlungsmittel. Wenn Sie beispielsweise einen Mitarbeiter haben, der öfter Bürobedarf einkauft, kann er die Prepaid-Karte einsetzen oder Angestellte im IT-Bereich können die Karte verwenden um online neue Software zu bestellen. Aber auch für den Vertrieb ist diese Prepaid-Karte eine gute Alternative. Der Geschäftsführer kann die Karte je nach Bedarf seinen Mitarbeitern zur Verfügung stellen und vorab das Guthaben festlegen.
BV24: Das verringert wahrscheinlich das Abrechnungschaos.
Maier: Genau. Darüber hinaus müssen Unternehmer für klassische Kreditkarten meist bürgen. Deshalb zieren sich viele Geschäftsführer gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen das Risiko einzugehen. Bei einer Prepaid-Karte fällt eine Bürgschaft weg, auch eine Schufa-Auskunft ist nicht notwendig. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass ganz klar zwischen privaten und geschäftlichen Ausgaben getrennt werden kann. Oft ist es so, dass Mitarbeiter die eigene private Kreditkarte einsetzen müssen, das ist unbequem für ihn, da er in Vorleistung treten muss und auf seiner Abrechnung private und Geschäftsausgaben aufgeführt sind. Die Buchhaltung wiederum muss die beruflichen Kosten auf der Abrechnung herausfiltern – und das wird dann schnell kompliziert. Auch bei der Barkasse ist das nicht einfacher: Wenn der Mitarbeiter später die Quittungen einreicht ist das viel Verwaltungsaufwand. Mit einer Prepaid-Card kann das vereinfacht werden und spart schnell ein bis zwei Stunden an Verwaltungsaufwand pro Woche.
BV24: Wie sieht es mit Schutz bei Diebstahl aus?
Maier: Es ist wie bei Kreditkarten auch: Wenn die Karte verloren oder gestohlen wurde, dann rufen Sie bei unsere Hotline an und lassen sie sperren. Wenn in der Zwischenzeit Beträge abgebucht wurden und alles auf einen Missbrauch hindeutet, dann wird das fehlende Guthaben erstattet. Haftung und Risiko ist wie bei normalen Kreditkarten auch.
BV24: Wie sind die Einlagen abgesichert?
Maier: Die Kalixa Card wird ausgestellt von Vincento Payment Solutions Ltd. in London. Reguliert wird sie von der britischen Financial Service Authority (FSA). Die Guthaben sind von dieser Seite aus abgesichert. Wir haben die Auflage, dass alle Guthaben stets zu 102 Prozent gedeckt sein müssen, so sind wir immer liquide und es kann zu keinen Engpässen kommen.
BV24: Lässt sich die Kalixa Card auch im Ausland einsetzen?
Maier: Ja. Bis Anfang Januar berechnen wir auch keine Fremdwährungsgebühr. Sie können also im Ausland etwa in Pfund oder Dollar bezahlen – wir berechnen dafür keine extra Gebühren. Außerdem erhalten Sie immer den günstigsten Wechselkurs von Mastercard – wir nehmen den Kurs so wie wir ihn bekommen und geben ihn direkt und ohne Aufschlag an den Kunden weiter.
BV24: Wie können Unternehmen die Prepaid-Karte beantragen?
Maier: Die Kalixa Card wird direkt von den Mitarbeitern beantragt. Das geht online auf unserer Webseite. Im Anschluss wird eine Mitarbeitervereinbarung zwischen Unternehmen und Mitarbeiter unterschrieben aus der hervorgeht, welches Guthaben auf die Karte aufgeladen wird und dass die Karte nur für Firmenzwecke genutzt werden soll. Dann kann der Mitarbeiter die Karte einsetzen, der Geschäftsführer kann festlegen wann und wie viel er auf die Karte auflädt. Es besteht damit für beide Parteien kein Risiko.
BV24: Wie behält der Chef den Überblick über diese Karten, wenn sie auf den Mitarbeiter laufen?
Maier: Die Karte wird zwar vom Mitarbeiter beantragt und an ihn versandt, aber es gibt einen Online-Account, der mit der Kalixa Card verknüpft ist. So lässt sich einfach nachvollziehen, wofür das aufgeladene Guthaben verwendet wurde.
BV24: Wie kommt das Guthaben auf die Karte?
Maier: Am einfachsten über eine ganz normale Überweisung. Dann ist das Aufladen auch gebührenfrei. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten. Sie können die Kalixa Card beispielsweise mit ihrer Visa- oder Mastercard aufladen oder per Moneybookers und Click & Buy, dann fallen aber Gebühren an. Oder Sie gehen zur Commerzbank, das ist unser Banking-Partner in Deutschland. Dort können sie auch in jeder Filiale per Bareinzahlung ihr Guthaben aufladen. Das ist ebenfalls kostenlos. Wir empfehlen unseren Kunden meist das Online-Banking, weil es gebührenfrei ist und auch schnell auf dem Konto gutgeschrieben wird.
BV24: Was kostet die Karte?
Maier: Die Karte kostet einmalig 4,95 Euro, das ist für die Herstellung. Ansonsten kostet es gar nichts. Wir nehmen keine Jahresgebühr.
Weitere Informationenen gibt es unter www.kalixa.com
Bild: Vincento Payment Solutions




