Neues Material schützt beim Crash
Crashbauteile im Auto können über Leben und Tod entscheiden. Bei Unfällen müssen sie die Energie auffangen, um den Fahrer im Inneren zu schützen. Forscher haben die Herstellung einer besonders sicheren Werkstoffklasse für die Automobilindustrie serientauglich gemacht: thermoplastische Faserverbundbauteile.
Früher bestand ein Fahrzeug zum größten Teil aus Stahl. Doch längst hat dieser Rohstoff Konkurrenz bekommen: Moderne Wagen werden aus einem Materialmix aus Stählen, Aluminium und faserverstärkten Kunststoffen gebaut. Hochbeanspruchte Tragstrukturen oder Crashbauteile, die sich bei einem Aufprall zusammenfalten, dienen der Verstärkung der Karosserie. Sie schützen die Insassen bei einem Unfall. Bisher verwendeten Autobauer dafür Verbundwerkstoffe mit einer sogenannten duroplastischen, also unschmelzbaren Matrix. Allerdings lassen sich diese nur schwer effizient in Serie fertigen. Außerdem können sie die Gesundheit gefährden: Bei einem Unfall zesplittert dieser Werkstoff in scharfkantige Teilchen. Zudem kann man Duroplaste nicht wiederverwerten. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfinztal haben diese Probleme nun gelöst und eine neue Werkstoffklasse für den Großeinsatz im Fahrzeugbau entwickelt: thermoplastische Faserverbundwerkstoffe. Haben sie ausgedient, kann man sie zerkleinern und aufschmelzen und so erneut zu hochwertigen Bauteilen umformen. Und im Crashtest geben sie eine deutlich bessere Figur ab. Die thermoplastischen Bauteile sind mit Textil verstärkt. Bei einem Crash nehmen sie die enormen Kräfte auf, indem sich der Stoff zäh-elastisch verformt – ohne dabei zu splittern. Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft



