Strategie

Mittelstand & Zeitarbeit – Anforderungen und Chancen in 2009

Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise suchen alle Beteiligten händeringend nach Lösungen. Für 2009 werden die größten Auswirkungen auf Industrie und Handel auch in Deutschland erwartet. Blinder Aktionismus jedoch hilft wenig.

Nur überlegtes Handeln führt aus der Krise. Man muss sich in aller Ruhe zusammensetzen und nach Branche, Wirtschaftszweig, Firmengröße und -besonderheit überlegen, wie man auf Veränderungen möglichst flexibel reagieren kann.

Für das produzierende Gewerbe, für kleine und mittelständische Unternehmen, die häufig über eine besonders dünne Kapitaldecke verfügen, steht eine möglichste hohe Flexibilität an erster Stelle. Ein Weg dahin ist der verstärkte Einsatz von Zeitarbeitern. Dies ist nicht neu. Erfahrungen mit der Zeitarbeit sind in den meisten mittelständischen Unternehmen mittlerweile vorhanden. Schon vor mehr als einem Jahr beschäftigte allein der Mittelstand in Deutschland zu über 60 Prozent Zeitarbeiter. Selbst bei der Suche nach Fach- und Führungskräften greifen die Verantwortlichen zunehmend auf die Vermittlung von Zeitarbeitsunternehmen zurück. Traditionell ist es in Deutschland der Mittelstand, der Motor für die Wirtschaft ist. Und auch jetzt zeigen sich die kleinen und mittelständischen Firmen als die Innovatoren, die am schnellsten auf die Krise reagieren.

Intelligent werden Leiharbeiter dazu eingesetzt, Produktionsspitzen abzufangen. In schwächeren Auftragszeiten hingegen wechseln sie zu anderen Auftraggebern. Das Unternehmen bleibt somit flexibel und muss keine festangestellten Mitarbeiter kündigen. Zeitarbeit wird in diesem Fall, wie ursächlich beabsichtigt, als Mittel eingesetzt, das lediglich temporär zum Einsatz kommt.

Festangestellte Mitarbeiter werden hierbei nicht auf Dauer durch Leiharbeiter ersetzt. Dies ist tatsächlich die Realität in kleinen und mittelständischen deutschen Firmen. Der Beweis: In drei Viertel der mittelständischen Unternehmen, die Zeitarbeiter beschäftigen, beträgt ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft lediglich zwischen einem und fünf Prozent.

Leiharbeiter überbrücken für einen begrenzten Zeitraum personelle Engpässe wie Produktionsspitzen und Krankheitsausfälle. Die Flexibilität der Firmen, die Zeitarbeit strategisch nutzen, erhöht sich dadurch. Sie können auch in Engpässen weitere Aufträge annehmen und termingerecht bearbeiten. Sie sichern so gleichzeitig das Überleben der Firma und deren Arbeitsplätze. Viele mittelständische Unternehmen bezeichnen Zeitarbeit daher uneingeschränkt als positives strategisches Element in der Personal- und Auftragsplanung.

Gerade in unsicheren Zeiten, wenn man nicht weiß, ob die gute Auftragslage anhält, ist Zeitarbeit ein probates Mittel. Sie erspart gerade kleineren und mittelständischen Firmen den kostspieligen und zeitintensiven Aufbau neuer Arbeitsplätze, die beim nächsten Auftragsrückgang wieder zur Disposition stünden.

Auch die Belegschaften in Firmen, die Zeitarbeiter beschäftigen, haben mittlerweile verstanden, dass die Leiharbeiter nicht Konkurrenz sind, sondern vielmehr dazu beitragen, den eigenen Arbeitsplatz zu sichern. Zeitarbeiter werden daher in den letzten Jahren mit einer größeren Selbstverständlichkeit und Akzeptanz beschäftigt als je zuvor. Vorbei die Zeiten, in denen Betriebsrat und Gewerkschaften mauerten, wenn es darum ging, Leiharbeiter einzustellen.

Auch die Belegschaften in Firmen, die Zeitarbeiter beschäftigen, haben mittlerweile verstanden, dass die Leiharbeiter nicht Konkurrenz sind, sondern vielmehr dazu beitragen, den eigenen Arbeitsplatz zu sichern. Zeitarbeiter werden daher in den letzten Jahren mit einer größeren Selbstverständlichkeit und Akzeptanz beschäftigt als je zuvor. Vorbei die Zeiten, in denen Betriebsrat und Gewerkschaften mauerten, wenn es darum ging, Leiharbeiter einzustellen.

Lange nicht mehr gilt das Vorurteil, dass Leiharbeiter automatisch unqualifiziert sind, für Dumpinglöhne arbeiten und die Arbeitsplätze der festangestellten Mitarbeiter gefährden. Die Zeitarbeitsunternehmen sind seriös geworden und vermitteln heute vermehrt auch hochqualifizierte Facharbeiter, Ingenieure und Führungskräfte. Sie machen bereits einen Anteil von zwei Drittel der über Zeitarbeit vermittelten Arbeitskräfte aus.

Zeitarbeit ist festetabliertes Element geworden in der Personalarbeit des Mittelstands. Anders als oft vermutet wird sie nach einer Studie nicht dazu benutzt, Arbeitsplätze auszulagern oder Kosten einzusparen. Für ihr strategisches Engagement und ihr innovatives Handeln, auch im Hinblick auf den Einsatz der Zeitarbeit, werden jährlich mittelständische Unternehmen ausgezeichnet. Nur 39 Prozent der mittelständischen Firmen hat noch nie Zeitarbeiter beschäftigt und beabsichtigt auch nicht in der Zukunft, dies zu tun.

Viel zu selten noch wird das Instrument Zeitarbeit dazu genutzt, neue Mitarbeiter für eine Festanstellung zu finden. Warum nicht erst einmal jemanden als Leiharbeiter beschäftigen und dann schauen, ob er sich bewährt? Mehrere Unternehmen haben damit bereits gute Erfahrungen gemacht. In manchen Branchen werden durchschnittlich ein Drittel der Leiharbeiter anschließend als Festangestellte übernommen.

Einen Punkt allerdings gilt es zu beachten: Bei der Auswahl der Zeitarbeiter sollte man als Unternehmen Wert darauf legen, dass das Zeitarbeitsunternehmen seine Mitarbeiter angemessen und fair entlohnt und behandelt. Nur so lässt sich der Betriebsfrieden wahren. Da mittelständische Firmen zumeist sehr stark spezialisiert sind, benötigen sie einen Partner, der erfahren ist und qualifizierte Leiharbeiter vermitteln kann. Eine vertrauenswürdige Zusammenarbeit ist unabdinglich. Die persönliche Beratung und Betreuung ist ein daher wichtiger Bestandteil. Dann aber können alle Seiten nur gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Zeitarbeit machen. Richtig eingesetzt, schafft kein anderes strategisches Instrument so kurzfristig Flexibilität.

Fazit

Zeitarbeit ist ein ideales Instrument für alle Beteiligten, gerade auch in unsicheren Zeiten. 2009 wird daher ein neues Boomjahr für diese Branche werden.


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