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Die virtuelle Welt vor Augen

Dank Augmented Reality wird die Wirklichkeit informativer Nützliche Fakten, soweit das Auge reicht: Mit Augmented Reality (AR) wird das Leben vierdimensional. Sobald auf dem Handy die entsprechende Software installiert ist, wird die Welt plötzlich informativer.

Dank Augmented Reality wird die Wirklichkeit informativer

Nützliche Fakten, soweit das Auge reicht: Mit Augmented Reality (AR) wird das Leben vierdimensional. Sobald auf dem Handy die entsprechende Software installiert ist, wird die Welt plötzlich informativer. Dazu müssen nur Personen oder Orte mit der Handykamera gefilmt werden. Und schon erhalten Touristen spannende Informationen zur Sehenswürdigkeit vor ihnen, Wohnungssuchende entdecken die nächste freie Immobilie, oder Museumsbesucher erfahren mehr über den Künstler des Gemäldes an der Wand. Was bisher nur Arnold Schwarzenegger als Terminator vor Augen hatte, ist jetzt jedem zugänglich. Dank moderner GPS-Systeme kann das Handy aus Positions- und Bewegungsdaten sowie dem Blickwinkel der Handy-Kamera errechnen, was gerade auf dem Handybildschirm zu sehen ist und legt zusätzliche Informationen über die eingescannte Realität.

Augmented Reality: Eine Zukunftstechnologie

Ob Augmented Reality nur ein kurzlebiger Hype oder die kommende Medienrevolution ist, lässt sich noch nicht sagen, dafür ist die Funktion zu jung. Allerdings gibt es schon jetzt vielversprechende Anwendungen, und das renommierte Marktforschungsinstitut Gartner zählt Augmented Reality-Anwendungen zu den Top Ten der neuen Zukunftstechnologien. Das Prinzip ist einfach: Mit einer Kamera, beispielsweise am Handy, werden Bilder gefilmt. In diese werden 3-D-Objekte oder Daten zu Sehenswürdigkeiten eingeblendet. Experten sehen einen großen Markt und enormes Umsatzpotenzial für die „erweiterte Realität“. Das amerikanische Unternehmen Juniper Research rechnet damit, dass der Markt für mobile Augmented Reality-Anwendungen im Jahr 2010 ein Volumen von bescheidenen zwei Millionen Dollar ausmacht, aber bereits in vier Jahren sollen hier rund 730 Millionen Dollar umgesetzt werden.

Es gibt mehrere Gründe, warum ein Boom erwartet wird: Zum einen nutzen immer mehr Menschen Smartphones wie das Apple iPhone oder Android von Google. Zum anderen wird auch die Technik immer besser und erlaubt, schärfere Bilder mit der Kamera einzufangen oder per GPS Koordinaten zu erkennen. Juniper Research rechnet damit, dass bis 2014 weltweit rund 350 Millionen AR-fähige Handys genutzt werden.

Helfer in allen Lebenslagen

Solche Prognosen lassen viele Unternehmen fieberhaft an Einsatzmöglichkeiten und Anwendungen arbeiten – und diese sind schier unbegrenzt. Augmented Reality lässt sich in allen Lebensbereichen einsetzen: In Katastrophengebieten könnten sich Helfer Gefahrenzonen anzeigen lassen, Architekten und Designer könnten am selben dreidimensionalen Modell arbeiten, ohne am gleichen Ort zu sein, Gebärdensprache könnte direkt vom Handy übersetzt werden. Für Unternehmer dürfte allerdings besonders interessant sein, wie sich diese Technologie in der Werbung einsetzen lässt.

Die Zukunft der Werbung

Vor allem die Tatsache, dass man den Kunden dort abholen kann, wo er gerade steht, lässt die Herzen der Marketing-Experten höher schlagen. Ein Beispiel: Eine junge Frau sieht ein Plakat, auf dem ein schickes Kleid aus der aktuellen Kollektion eines Modehauses abgebildet ist. Sie hält ihr Handy, ausgestattet mit einem mobilen Augmented-Reality-Browser, in die Richtung. Die Software des Smartphones erkennt das Bild und den Standort. Auf dem Display des Handys erscheinen Zusatzinformationen wie etwa: Wo gibt es das Kleid zu kaufen? Was kostet es? Unternehmen können diese Technik auch nutzen, um Rabattcodes zu integrieren. Diese so genannten Smart-Apps sind ein wichtiges kommerzielles Anwendungsfeld von AR. Es entsteht eine völlig neue Perspektive für den Nutzer, da Smart Ads ein aktives Umgehen mit sonst passiven Werbemedien ermöglichen. Augmented Reality macht Plakate oder Zeitungsanzeigen interaktiv und befriedigt den Konsumwunsch sofort. Firmen wie kooaba haben bereits die Technik entwickelt, um diese neuartige Werbung umzusetzen.

Auch Google, Vorreiter in Sachen Internettechnologie, hat sich in diesen wachsenden Markt eingeklinkt und mit „Goggles“ einen neuen Service vorgestellt. Die App läuft auf iPhones und Androids und ermöglicht eine Suche mittels Bildern statt Worten. Ob Bücher, Kunstwerke, Orte oder Logos: Dinge aus der realen Welt werden fotografiert und Google stellt Zusatzinformationen über die Produkte auf dem Handy zur Verfügung. Noch befindet sich das Programm in einer Testphase und wurde nur auf Google-Labs vorgestellt.

Mit Augmented Reality Markenbindung erhöhen

Nicht nur für Werbung und Produkterkennung lassen sich Augmented Reality-Anwendungen einsetzen, sondern auch, um Kunden einen zusätzlichen Nutzen zu verschaffen und damit die Markenbindung zu erhöhen oder neue Produkte einzuführen. IKEA hat sich hierzu wieder etwas einfallen lassen. Als das beliebte schwedische Möbelhaus eine neue Serie einführte, konnten sich die Kunden Bilder der Möbel auf ihr Handy laden, ihre Kamera zuhause auf eine leere Stelle in der Wohnung richten, und schon ergänzte die Software die kahle Stelle im Raum um ein Möbelstück aus der PS-Linie. Interessierte konnten so in den eigenen vier Wänden ausprobieren, wie Couch oder Lampe wirken könnten.

Soziale Netzwerke und die erweiterte Wirklichkeit

Doch nicht nur Location-based Services, auch soziale Netzwerke lassen sich mit Augmented Reality verbinden. Die Android-App Recognizr erkennt Gesichter, gleicht online ab, welche sozialen Plattformen von der Person genutzt werden und verlinkt dann via Social Network. Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn die Person ein Foto in den entsprechenden Webservice geladen und freigegeben hat, aber es zeigt deutlich, welche Möglichkeiten in dieser Technologie stecken.

In Japan können über die Sekai-Kamera-App Nachrichten an beliebigen Orten für andere Sekai- Mitglieder hinterlassen werden. Wenn ein Sekai-Nutzer die App aktiviert und mit seiner Kamera die Umgebung filmt, wird die wirkliche Welt von Nachrichten überlagert, die von anderen dort hinterlassen wurden.

Die Technik entwickelt sich

Noch ist die schöne neue Welt nicht perfekt, die Technik noch nicht vollständig ausgereift. Ein Problem ist vor allem die Akku-Leistung, da der gleichzeitige Einsatz von Kamera, Display und Sensoren sehr viel Energie verbraucht. Auch sind die zusätzlichen Daten bisher eher punktuell zu finden und nicht flächendeckend. Außerdem muss die Umgebung mit dem Handy abgetastet werden, was auf lange Sicht ziemlich anstrengend werden kann. Doch für die Zukunft haben Entwickler schon neue Visionen: Mittels einer speziellen Brille sollen sich bald AR-Anwendungen permanent nutzen lassen. Digitale und reale Informationen würden verschmelzen und die Sicht auf die Welt maßgeblich verändern.


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