Apps, Twitter & Co zu Geld machen
Es gibt sie schon jetzt, die unglaublichen Erfolgsgeschichten im App-Universum. Etwa die von Programmierer Ethan Nicholas, der bei Sun Microsystems einen mobilen Ego-Shooter kreierte und mit seiner App „iShoot“ in nur wenigen Monaten 800.
000 Dollar umsetzte. Oder das Spiel „Pocket God“ von Dave Castelnuovo. Die kostenpflichtige App des CEO von Bolt Creative war die erste, die sich auf dem iPhone binnen 12 Monaten über zwei Millionen Mal verkaufte. Bei einem Preis von 99 Cent macht das insgesamt etwa 2 Millionen Dollar. Das erinnert an den alten amerikanischen Traum, dass jeder es vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen kann oder von einem Garagen-Start-up zum Global Player. Aber es muss nicht immer die Millionen-Dollar-Idee sein, um die Möglichkeiten des mobilen Business zu nutzen und Geld zu verdienen.
Einsatzbereiche für Apps
Apps können auf verschiedene Weise für Umsatz sorgen. Einmal durch den Verkauf: Die Applikationen können etwa im App Store kostenpflichtig herunter geladen werden. Ethan Nicholas und Dave Castelnuovo konnten auf diesem Weg die Kosten für die Programmierung schnell wieder einspielen und Gewinn machen. Eine zweite Möglichkeit, die sich vor allem bei Games anbietet, ist der Verkauf virtueller Güter. Waren, die in der virtuellen Welt benötigt werden, um sein Spiel voranzutreiben, werden in der wirklichen Welt eingekauft und mit realem Geld bezahlt. In der Parallelwelt „Second-Life“ ließen sich auf diese Weise Häuser und Kleidung kaufen.
Apps können auch dazu dienen, die Markentreue der Kunden zu stärken. Größen wie beispielsweise Nike nutzen diese Möglichkeit, um Fans noch enger an die eigenen Produkte zu binden. Die Markenwahrnehmung soll positiv beeinflusst werden und damit – im Falle von Nike – den Verkauf von Fußballschuhen oder Sporthosen vorantreiben.
Twitter als Werbenetzwerk
Doch nicht nur die kleinen Internetprogramme für Smartphones eignen sich, um den Umsatz anzukurbeln. Es gibt vielversprechende Konzepte, den Online-Dienst Twitter nicht nur zur Verbreitung von Nachrichten zu nutzen, sondern auch als Werbenetzwerk. Das Prinzip ist einfach: Angemeldete User des Microblogging-Dienstes leiten so genannte Werbe-Tweets weiter und verdienen damit Geld. Das Unternehmen Magpie (zu deutsch: Elster), im Internet erreichbar unter http://be-a-magpie.com/de, ist nach eigenen Angaben das erste Advertising Network für Twitter. „Im Gegensatz zu herkömmlicher Social Media Optimization (SMO) identifiziert Magpie gezielt für Ihre Marke relevante Multiplikatoren und aktiviert diese für Ihre Kampagne. Die ausgewählten Twitterer und deren Follower verbreiten die Botschaft dann in Windeseile“, so das Unternehmen. Die „Multiplikatoren“ sind bei Magpie registrierte Twitterer. Aus ihnen wird dann entweder über bestimmte Schlüsselwörter oder über regionale Eingrenzung die passende Zielgruppe herausgefiltert. Ende März betrug die Reichweite des Dienstes rund 15,9 Millionen Follower.
Unternehmen erstellen zu Beginn Kampagnen, legen das verfügbare Budget und die gewünschte Zielgruppe fest. Was die Werbung letztendlich kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa wie populär die gewählte Zielgruppe ist und wie viele Follower das Twitter-Mitglied haben soll. Damit die Werbung für die Twitterer nicht zu langweilig ist, dürfen von den Unternehmen nur kurze und knackige Botschaften über das Netzwerk verschickt werden, die mit Produktlinks oder Werbeclips versehen werden.
Vielversprechend ist auch der Ansatz vom Anbieter hollrr.com (englisch für hinausbrüllen, schreien). Das Internet-Start-up aus San Francisco stellt eine Internetplattform zur Verfügung, auf der Unternehmen ihre Produkte vorstellen können. Der Rest ist Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Hollrr-Community „brüllt“ dann ins Internet hinaus, wie gut ihr die Produkte gefallen. Besonders eignet sich das für schnelle Live-Shopping-Geschäfte. Bis jetzt ist der Dienst in Deutschland wenig bekannt, dabei richtet sich das kostenfreie Angebot vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. Insbesondere Sonderangebote oder bald endende Online-Auktionen lassen sich wie bei Twitter in Echtzeit verbreiten. Davon können vor allem Online-Shops mit geringem Werbebudget profitieren.
Sowohl für Social Networks wie Twitter als auch für Apps jeglicher Art gilt: Sie sind nicht nur in aller Munde, sondern bieten zudem enormes Potenzial für den Kundendialog sowie für die Etablierung völlig neuer Geschäftsmodelle. Daher werden sie sich wohl auch auf längere Sicht durchsetzen können und sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil moderner Unternehmenskommunikation entwickeln.



